Badekleid für mehr Oberweite

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Badekleid für mehr Oberweite


Es gibt Kleidungsstücke bei denen es nicht auffällt, wenn sie nicht so gut passen. Und dann gibt es Badekleider. Ein Badekleid, das nicht richtig sitzt, ist eine Plage. Besonders für kurvige Menschen. Immer muss man auf der Hut sein, dass keine Brust aus dem Badekleid springt 😂  oder ob dass der Po nicht plötzlich unbedeckt ist. 🙈. Es sollte nicht zu eng sein, damit es nicht die ganze Figur zerquetscht, aber auch nicht zu locker, sonst kann man sich nicht bewegen ohne sich zu entblössen 🤪🤪🤪🤪🤪🤪

 

Ein Vorteil, wenn man seine Kleider selber näht ist, dass man diesen Alptraum vermeiden kann. Denn Badekleidung nähen ist gar nicht so schwierig Versprochen!! Zwei Dinge sind dabei aber zu beachten:

  1. Du brauchst ein Schnittmuster, das für deine Figur gemacht ist.
  2. Du brauchst das richtige Material.

Schnittmuster für kurvige Figuren

Die Auswahl an Schnittmuster für Badekleider für kurvige Personen ist leider (noch) sehr limitiert! Ich konnte es kaum glauben, als ich mich anfangs Sommer auf die Suche nach einem passenden Schnittmuster gemacht habe und genau zwei (!) Muster gefunden habe, die meinen Vorstellungen entsprechen. Beide sind für kurvige Frauen gemacht, eines explizit für plus-size Personen und eines mit Körbchen-Variationen. Nur zwei? Jep! Alle anderen sind bei meiner Suche durchgefallen, weil sie den Anschein machten, nur für Standard-Frauenkörper designt zu sein. Dabei sind doch genau kurvige Frauen diejenigen, die nicht dem Standard entsprechen und deshalb oft mit den gekauften Badekleider sich so rumplagen und dann selbst zur Nähmaschine greifen um sich Abhilfe zu schaffen?! Müsste es nicht viel mehr Schnittmuster für Kurvige geben?!

 

Item. Unten habe ich euch die beiden Schnittmuster aufgeführt. Der Cygne Swimsuit von Small Bobbins (design von Hari Ito Lingerie) ist für die Körpergrössen 32-52 erhältlich und enthält jeweils drei BH-Grössen pro Kleidergrösse (AB-cup; CD-cup; EF-Cup, ungefähr). Der Ipswich Swimsuit von Cashmerette ist ein Plus-Size Schnittmuster für die Grössen 12-32 (American) mit integriertem BH für noch mehr Support.

Ich habe mich für den Cygne Swimsuit entschieden, da mir der Ausschnitt besser gefallen hat. Der Cygne Swimsuit hat dafür keinen integrierten BH und ich war mir echt nicht sicher, ob er sich auch für Personen mit mehr Oberweite bewährt. Fazit: Ja, tut er, aber um eine kleine Schnittanpassung kommt man nicht herum (siehe „Side-Boob“ weiter unten).

Das Schnittmuster enthält ein PDF mit Anleitungen für Schnittanpassungen. Das finde ich immer fantastisch, wenn ein Indie-Schnittmuster solche Anleitungen mitgibt. Nach dieser Anleitung habe ich z.B. das Schnittmuster ganz einfach um 4cm gekürzt. Das Muster ist für 173cm grosse Frauen gemacht. Da ich 165cm gross bin, musste ich 8cm kürzen (man kürzt bei dehnbaren Stoffen aber nie die volle Länge, sondern nur die Hälfte davon!). Oberhalb und unterhalb der Taille habe ich je 2cm gekürzt: passt perfekt!

Material

Für den Cygne Swimsuit brauchst du drei Dinge:

  1. Badelycra
  2. Futterstoff für Badekleider + ein wenig Powernet
  3. Badekleid-Elastik

Beim Badelycra habe ich drei verschiedene ausprobiert, und alle drei haben sich bewährt.

Badelycra von Hamburger Liebe (gekauft bei Alles für Selbermacher).

Aus recyceltem Plastik aus dem Meer gemacht! Extrapunkte dafür 👍🏽

Hochwertiger Sportswear Jersey von Buttinette.

80% Polyamid, 20 % Elasthan. Sehr angenehm auf der Haut.

Badelycra Strandgetümmel von Fina Malina. 

82% Polyamid, 18% Elasthan. Ziemlich weich und ein wenig „flutschig“

Beim Elastik habe ich mich an das qualitativ hochwertige FILPAR Elastik gehalten. Das war definitiv die richtige Wahl! Beim Elastik würde ich wirklich nicht sparen. Gerade, wenn man für mehr Oberweite näht, will man ja, dass die Ladies brav an Ort und Stelle bleiben! Ein starkes Elastik ist dabei das A und O. Mein Elastik habe ich bei B,Wear gekauft – ein schwedischer Onlineladen für Lingerie und Badekleidware. Bodil, die Inhaberin, ist unglaublich sympathisch, betreibt das Geschäft zusammen mit einer Assistentin und verschickt immer sehr schnell und ohne grosse Portokosten. Ich kaufe inzwischen all meine Lingerie-Materialen bei ihr ❤️

 

Das Futter habe ich auch bei B,Wear gekauft. Hier habe ich nicht ausprobiert, welches Futter am besten ist.

Badekleid nähen: Tipps und Tricks

Erstens: Badekleider nähen ist keine Hexerei. Wenn man ein gutes Schnittmuster hat und gutes Material, ist man bereits perfekt dafür aufgestellt!

Da ich eine Overlock besitze, habe ich das Gummiband direkt mit der Overlock angenäht. Die Anleitung vom Cygne Swimsuit enthält aber auch eine Anleitung, wie man das Gummi ohne Overlock annäht.

Tip: Nähen mit der Overlock

Falls du mit der Overlock nähst: Fädle dein Elastik ein und dehne es dann beim Nähen ein wenig. Dadurch kann das Elastik nicht verrutschen und du kannst es gleichmässig dehnen beim Nähen.

Tip: Oberteil mit Powernet füttern

Die seitlichen Oberteile habe ich nicht mit Schwimmfutter gefüllt, sondern mit Powernet. Powernet ist ein BH-Stoff, der eine super ``recovery``-Rate hat - das heisst, wenn man ihn streckt, springt er schnell in seine ursprüngliche Form zurück und das egal wie oft man den Stoff dehnt! Somit hilft das Powernet am Vorderteil, dass die Brüste gestützt werden.

Tipp: Beim Nähen des unteren ans obere Vorderteil:

Wenn das obere Vorderteil ans Untere genäht wird, rate ich dir, ein Gummiband mitzufassen. Die Anleitung empfiehlt es auch. Gerade bei grösserer Oberweite ist es wichtig, dass die Unterbrustnaht stabil ist.

Tipp: Futterstoff darf sich nicht zeigen!

Das vordere Unterteil wird beim Cygne Schnittmuster gefütteret. Dieses Futter kann beim Brustfenster (zwischen den beiden Brüsten, siehe Foto unten) hervorgucken. Das ist nur mässig schön. Näh deshalb am Futterteil des unteren Vorderteils ein Stück vom Badelycra oben an. Oder verwende einen Futterstoff, der nicht so auffällt (wie ich es beim Schwarzen Badekleid gemacht habe, da erkennt man das Futter nicht, da es dieselbe Farbe hat).

Schnittanpassung für mehr Oberweite

Wie bereits angesprochen hat der Cygne Swimsuit bei mir zu dem „Sideboob“-Effekt geführt. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, deshalb hier der Vergleich. Links siehst du, wie mein Armloch-Speck unter dem Arm hervordrückt. Das nennt man so schön „Side-Boob“, also Seiten-Brust 😂  und die will man natürlich nicht!

Also habe ich für mein zweites Badekleid das Schnittmuster angepasst und unter dem Armloch mehr Stoff gegeben. Rechts siehst du, wie die Anpassungen geholfen hat, Side-Boobs zu verhindern 😂

Damit du Side-Boobs verhindern kannst, musst du den Armausschnitt verkleinern. Ich habe am seitlichen Vorderteil und am mittleren Vorderteil jeweils die Seitennaht um 2cm verlängert. Beim Rückteil habe ich die Seitennaht ebenfalls erhöht.

Ich bin sehr glücklich mit meinen zwei Badekleidern, die an meine Figur angepasst sind. Sie sind ein wenig sexier, als ich es mir gewohnt bin, aber ich fühle mich trotzdem sehr wohl darin 😍.

 

 

❤️

Lenzi


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