Babykleid „Karina“

  /  do it yourself (DIY)   /  Babykleid „Karina“

Babykleid „Karina“


Ich liebe es, wenn meine Freundinnen rund um mich herum schwanger werden! Dann heisst es für mich immer: Nähzeit für Kleine. Für Kinder nähen kann so befriedigend sein, weil die Grössen meist einigermassen passen (oder die Kinder dann noch reinwachsen), die Schnitteile klein sind und alles richtig bunt sein darf.

 

Als ich erfuhr, dass Lisa ein Kind erwartet, hab ich mich so gefreut! Lisa und ich haben zusammen unser Doktorat angefangen und uns durch das erste Jahr gekämpft. Und ich meine wahrlich gekämpft: so ein Doktorat kann psychisch ziemlich anstrengend sein. Umso besser, wenn man eine/n gute/n Tischnachbar/in hat.

Item, ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich über die Geburt ihrer Tochter gefraut hab! Und der nächste Gedanke war: uhh, ich will ihr umbedingt was nähen. Lisa war eine wahre Styl-Ikone am Institut: Sie trug immer französische Kleider mit den passenden Mäntel und Schuhen. Grossartig!! Diese Eleganz in der französischen Alltags-Mode, ich liebe es! Und somit war klar: Pump-Hosen und süsse Lätzchen werden es hier nicht tun 🙂 Also hab ich mich nach einem französisch-angehauchten Röckchen umgeschaut. Dabei war klar: ich würde ihr das Kleid etwa im September zuschicken können, wo die Kleine etwa 6 Monate alt ist und es in England auf den Winter zu geht.
Also musste das Kleid, lieblich, langarm und gefüttert sein.

 

Die Suche nach einem guten Muster war gar nicht so einfach. Ich musste eine Weile nach dem Muster suchen und auch bereits überlegt, ob ich einfach ein bestehendes Muster etwas eleganter umbasteln kann – und dann hab ich es doch noch gefunden: Das langarm Kleid für Babys mit Peter Pan (oder Bubi-) Kragen. Peter Pan Kragen sind für sehr französisch, ich war von anfang an verzaubert fürs Kleid: Das Muster ist sehr einfach – in Dreieck-Form mit gerafften Röckchen und süssen kleinen Puffärmel.

Auch bei der Stoffwahl war für mich klar: schlicht, einfarbig, weder blau noch pink, und nicht zu knallig. Und im Stoffdepot in Bad-Säckingen ist mir der gepunktete, dezente Stoff in die Hände gefallen und ich hab ihn nicht mehr losgelassen. Ich hatte noch ein zweiten Stoff in Aussicht (=> Bild), hab dann aber auf mein Bauchgefühl gehört.

Und los gehts: Muster zusammenkleben und auf Seidenpapier übertragen. Ich schneide nicht gerne das Muster direkt aus, weil ich immer denke, dass wenn es ein gutes Muster wird, ich es vieleicht in anderen Grössen noch einmal nähen will und dann müsste ich ja noch einmal kleben — nein Danke 🙂 Dann gemütlich Stoff ausschneiden, und rann an die Nähmaschine.

Review: Stoffzugabe

1.5cm Zugabe ist unnötig und für mich einfach nur ein Stoffverschleiss. Bei einzelnen Stellen (Ärmel) ist es sogar ein echtes Hindernis!

Ein paar Worte zum Schnittmuster und der Anleitung: Das Muster ist sehr schön gezeichnet, ohne überfüllige Markierungen, die mich meistens nur noch mehr verwirren. Was mich aber etwas iritiert hat ist, dass die Nahtzugabe eingerechnet ist im Muster. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich überlege mir jeweils, welche Naht ich mit der Overlock nähe und welche mit der normalen Maschine und gebe dann entsprechend Zugabe. Plus, die klassische Nahtzugabe von 1.5cm mag ich nicht. Ich musste mir einen grossen Post-It Zettel an die Maschine kleben, damit ich mich nicht vergesse und versehentlich das Kleid viel zu gross vernähe 🤪

Wie geht es euch mit Nahtzugaben? Mögt ihr es, wenn sie im Schnittmuster eingebaut ist? Schreibt in die Kommentare 👇🏼

Review: Muster/Passform

süss! Mir gefällt, dass das Muster gefüttert werden kann. Mir gefällt nicht, dass die Ärmel, dann mit dem Futter nicht sauber eingesetzt werden. Ich hätte es geschätzt, wenn wenigstens auf diese saubere Methode hingewiesen würde.

Enttäuscht war ich von der Anleitung beim Einsetzen der Ärmel. Bei vollständig gefütterten Kleider erwarte ich, dass alle Nähte sauber versteck sind und vom Futter verdeckt werden. Hier wurden aber die normalen Ärmel einfach zusammen mit dem Futterärmel vernäht, als ob sie nur 1 Stofflage sind. Dann ist das Futter hier total überflüssig, finde ich.

Wie gesagt, bei vollständig gefütterten Kleider nähe ich die Nahtzugabe eigentlich immmer ins Kleid ein – sodass die Armkugel innen keine Nähte zeigt. Mir gefällt das so besser und ich habe auch beim Tragen immer ein gutes Gefühl, wenn ich die Naht nicht spüre. Die Technik dazu ist keine Hexerei. Man fasst zwischen Futter und Kleid und zieht den Ärmel unten am Kleid heraus und nächt zuerst die vordere Hälfte der Armkugel, danach die Hintere.

Einzig die Grösse der Armkugel bei Babykleider ist munzig!! Daran hatte ich nicht gedacht 🙈 Bei der grossen Nahtzugabe hab ich hier ein wenig geschwitzt. Als erstes dachte ich: Meine Güte, da hat man kein Platz zum drehen und wenden und gar nichts. Kein Wunder haben sie es aus der Anleitunge gelassen 🙂 Da hilft nur eins: Pause und Schokolade essen.

Am nächsten Tag hab ich mich noch einmal ganz ruhig datangesetzt, die Nahtzugabe zurückgeschnitten und es ohne Probleme hingekriegt: Der Trick ist, jede Hälfte der Armkugel separat zu nähen und ganz langsam und behutsam die Stoffe von rechts auf links drehen.
Gelohnt hat sich die Mühe, denke ich.

Review: Nähanleitung

Nicht mein Ding. Die Anleitung ist weder schön formatiert noch übersichtlich. Die Fotos sind grau (statt farbig?!) und überall hat es dick formatierte Schrift, dan wieder unterstrichen, dann ein emoji-Pfeil, das nächste mal wieder nur ein Strich.

Nachdem die Ärmel geschafft waren, war der Rest ein Kinderspiel. Und ruck-zuck war das Kleid fertig. Schnell einpacken und ab auf die Post nach England! Ich hoffe die Kleine ist wohl im Kleid! Da steckt sehr viel Liebe drin ❤️


Ein Kommentar schreiben

You don't have permission to register
X